Start Fahrzeug Steckbriefe leichter Feldwagen Hf1
leichter Feldwagen Hf1 Drucken

 

Heeresfahrzeug 1

Leichter Feldwagen Hf 1

 

Anforderzeichen: 20-1010

Kurzbezeichnung: leFWg

 

Der Hf 1 ist unmittelbar aus dem Feldwagen c/95 des ersten Weltkrieges entwickelt worden.

Zu Beginn des Krieges gehörte zu jedem Zug ein zweispänniges Gefechtsfahrzeug Hf 1 mit Fahrer, in dem auf dem Marsch die leichten MG, der Granatwerfer, Fliegerdreibeine, Handgranaten, Werkzeug, langes Schanzzeug, Stolperdraht, Waffenreinigungsmaterial, Tarnmittel und vor allem die nicht am Mann befindliche Munition mitgeführt wurde. Der Hf 1 wurde später vom gummibereiften vierspännigen Stahl-Gefechtswagen (Hf 7) abgelöst. Dieser Wagen ließ sich auf guten Straßen (Westfeldzug) sehr gut fahren, war aber für die schlechten Straßen und Wege an der Ostfront viel zu schwer und kam schon nach 1941 wieder in Fortfall. An dessen Stelle traten landesübliche leichte Panjewagen und der Jf8 und natürlich wieder der Hf 1.

Doch auch der Verpflegstroß I (V I-Troß) verfügte über einen zweispännigen Feldverpflegswagen. Dies sind nur einige Beispiele der vielseitigen Verwendung des Hf1.

Der leichte Feldwagen war das häufigste Fahrzeug der berittenen und bespannten Truppen. Wenn man bedenkt das z.B. das deutsche Ostheer zu etwa 90% aus pferdebespannten Infanterie-Divisionen bestand, kann man die Wichtigkeit dieses Fahrzeuges ermessen.

Der Hf 1 wurde in seiner ungefederten Grundform für alle möglichen Einsatzzwecke verwendet. Zum Unterschied vom vierspännig gefahrenen schweren Hf 2, wurde der Hf 1, da er wesentlich leichter war, von 2 Pferden gezogen. Für den Transport empfindlicher Gerätschaften gibt es auch gefederte Abarten. Die Fahrzeugbezeichnung ist bei den verschiedenen Abarten durch eine zusätzliche Nummer unterteilt.

Auf das hintere Abschlußblech der Ladefläche sind 2 Auflagehaken aufgeschweißt, in die ein Reserverad eingesetzt werden kann. Zur oberen Befestigung dienen 2 seitliche Ringösen, an denen das Reserverad mit Bindeschnüren gezurrt wird. Allerdings wurde nicht an jedem Feldwagen ein Reserverad mitgeführt.

Die Rückwand schließt nicht nur den Laderaum nach hinten ab, sie verleiht dem Wagenkasten die notwendige Festigkeit. Um zu verhindern, daß die Seitenwände vor allem bei abgenommener Rückwand auseinander gedrückt werden, werden diese mit einer zusätzlichen Spannkette zusammengehalten.

Die Außenseite des Fahrzeuges ist mit Halterungen ausgerüstet: So befinden sich an der Handseite (rechts) die Aufnahme für den Spaten. Sattelseitig hinter dem linken Hinterrad ist die Kreuzhacke und vorne neben dem Bockkasten das Klauenbeil befestigt. Die Zurrung dieser Werkzeuge erfolgt in allen Fällen durch Lederriemen.

Am oberen Rand der Seitenwände und der Rückwand sind Ösen befestigt, durch die eine mit Vorhängeschloß zu sichernde Kette gezogen ist. Diese dient zur Befestigung der Plane, wenn das Fahrzeug geschlossen gefahren wird. Die Wagenplane war an der vorderen Kopfwand mit drei Lederstrippen befestigt. Der Hf 1 hatte wie der Hf 3 vier Spriegel.

Der Bockkasten dient hauptsächlich zur Verstauung der persönlichen Gepäckstücke des Fahrzeuglenkers. An der inneren Rückwand des Kastens befinden sich Halterungen für eine Einheitslaterne und den Zubehörkasten zur Einheitslaterne. Handgriffe erleichtern das Aufsitzen.

Die Buchsringe der älteren Modelle (1935,36) waren aus Bronze und waren mit einer Senkkopfschraube gesichert. Die späteren Modelle (1940) hatten ungesicherte Novotex-Buchsen.

Die leichte Feldwagendeichsel H aus Eschenholz wurde ab 1939, wie bei Hf 2 und großer Feldküche auch, durch eine Stahldeichsel ersetzt. Die Deichsel (außer beim kleinen Feldwagen), die Vorderbracke und die Ortscheite waren weitgehend vereinheitlicht. Der gefederte leichte Feldwagen hatte eine durchgehend gerade Deichsel, da er höher war.

Die Ortscheite hatten eine Länge von 825 mm die Vorderbracke war 1400 mm lang.

 

 

m September 1942 sind 54 000 Winterkufen für Feldfahrzeuge in Auftrag gegeben worden, um diese winterbeweglich zu machen.

Er findet Verwendung in seiner Normalform als

Gefechtswagen bei der Infanterie und Kavallerie

Gerätewagen bei Pionieren und San. Einh.

Lastwagen bei Nachschub Einheiten

Munitionswagen bei der Infanterie und Kavallerie

Packwagen bei der Infanterie, Kavallerie Pioniere und Nachschub Einh.

Pioniergerätewagen bei der Kavallerie

Sanitätsgerätewagen bei derKavallerie und San. Einh.

Schanzzeugwagen bei der Infanterie und Kavallerie

Verpflegswagen bei der Infanterie, Artillerie, Kavallerie, Pioniere u. Nachschub Einh.

Veterinärmittelwagen bei Pferdelazaretten, Vet. Komp.

Vorratswagen bei der Infanterie

Wirtschaftswagen bei alle Waffen

Der Gefechtswagen hatte 2 MG Kästen, 3 Zughaken für MG Handkarren und Patronentrommelhalter

Der vFahnenschmiedwagen hat 3Einsatzwände u. daher 4 Abteile

Der Packwagen f Feldschmiede oder Waffenmeisterwagen hat eine Einsatzwand

Der Bäckereigerätewagen hat teilweise Blechboden

 

 

Es gab folgende Abarten:

Hf. 1/1 Nachrichtengerätewagen, gefedert, Pioniergerätewagen, gefedert, Vermessungsgerätewagen, gefedert, Sanitätsgerätewagen gefedert

Hf. 1/2 Handscheinwerferwagen (l,m), gefedert

Hf. 1/3 Handscheinwerferwagen (s), gefedert

Hf. 1/4 Beobachtungsgerätewagen BGerWg 20-1020

Hf. 1/11 Großer Gefechtswagen gr GfWg 20-1015

Hf. 1/13 Großer Fahnenschmiedwagen gr FSmWg 20-1016

Hf. 1/14 Packwagen mit Feldschmiede oder PWG m Fsm 20-1017

Waffenmeisterwagen

Hf. 1/15 Packwagen für Sanitätskompanie

Hf. 1/16 Bäckereigerätewagen BäGerWg 20-1018

Hf. 1/18 Truppensanitätswagen

Der Bocksitz hatte keine Armlehnen.

Technische Daten Hf 1:

Geräte Nummer: 20-1010

Leergewicht: 610 kg

Tragfähigkeit: 750 kg

Länge (ohne Deichsel): 3,86 m

Breite: 1.85 m

Breite d. Fahrzeugkastens: 1110 mm ( außen ohne Beschläge)

Höhe Bordwandoberkante: 1520 mm

Höhe mit Spriegel: 2100 mm

Spurweite: 1530 mm

Radstand: 2000 mm

Raddurchmesser: 1220 mm ( leichtes Feldwagenrad )

Radreifenbreite: 55 mm

Radreifenstärke: 11 mm

Ladekapazität: 1,3 m³

Hersteller Code war eingeschlagen:

Am Vorderen Scherband, obere Fläche Deichselkeil, Rückseite Achsfutter, Räder und an der Innenseite Felgenkranz 2x

An den Spriegel, oben Mitte

Für die Versorgung der im Heimatgebiet untergebrachten Feld- und Ersatzeinheiten ist für Ersatzteile-u. Instandsetzung für Hf.1, Hf.1/1, Hf.1/13, Hf 1/14, Hf. 1/16 das Feldzeugkommando IX Kassel zuständig.

Egw. 660kg

Ladgw. 750kg

Gesamtgw. 1410kg

Im Sitzkasten ware untergebracht (Pioniergerätewagen Hf 1 Nr. 2, 4 und 6):

 

Bindestränge, 2,5m lang

         2 Deichselschienen

         1 Kettenglied

        16 Schienennägel

1 Schraubenschlüssel, verstellbar, mit einem geraden und einem schrägen Maul, 60 mm Spannweite

2 Bremsklötze

4 Knopfriemen

12 Lederringe (zu Röhr- und Stoßscheiben)

1 Lünse

1 Röhrscheibe

1 Vorhängesicherheitsschloß, 30 bis 40 mm Bügelweite, mit Kette und Anschraubstück (zum Vorrat)

5 Vorstecker (Hakenförmig)

1 Einheitslaterne

1 Laternenzubehörkasten mit Inhalt

1 Behälter, viereckig, für Karbid (MIT 0,7 KG Karbid9

1 Kombinationszange, 140 mm lg. (als Brennerzange für Einh.-Lat.)

1 kl. Drahtschere

2 Sätze Hufbeschlagmittel für ein schweres Zugpferd (nach Anlage V 601)

1 Satz Kleingeschirr- und Stallsachen für ein Zweigespann (nach Anlage F 1341)

 

                     0,15kg Huffett